Es ist 13 Minuten vor acht, als D anruft. Ob ich nicht zum Wenzel-Konzert kommen wolle. Und ob ich Bargeld für die Karten hätte. Bargeld? Konzert? Jetzt? „Wann geht es denn los?“ „Um acht.“ Zehn Minuten. Oooookay! Gerade noch sitze ich in einem dieser tristen Abende herum, die keinerlei Anstalten machen, von allein besser zu werden. Und plötzlich: Einsatz! Raus aus der Wohnung, rauf aufs Fahrrad. Ich trete in die Pedale, als hinge mein Seelenheil davon ab – was, wie sich später herausstellt, auch ungefähr der Wahrheit entspricht. Hin zur Kirche, zack, Fahrrad abgestellt, irgendwie hineingestolpert, ein SprudelWasser in die Hand – und da sind tatsächlich in der ersten Reihe genau zwei Plätze frei. Für uns. Als hätte jemand kurz vor Konzertbeginn noch einmal auf die Gästeliste des Universums geschaut und gesagt: Die beiden da, die müssen heute ganz nach vorn. Juchheee! Und dann: Wenzel. Mein erstes Wenzel-Konzert. Ds zwanzigstes. Wir betreten den Abend also mit einem gewissen Erfahr...
Schreibreisen Ich fange dann jetzt an zu schreiben. Als schreibender Mensch bin ich ein anderer als beim Organisieren, Sortieren oder Reisen. Beim Schreiben bin ich stiller, leiser, ein bisschen verschmitzt vielleicht. Es kommt dem Reisenden in mir am nächsten. Logo. Man muss schließlich auch beim Schreiben eine Art Koffer packen, ein Ziel haben – oder zumindest eins vermuten – und vor allem: Zeit mitbringen. Und dann geht die Reise los. Wer schnell ungeduldig wird oder sich vor Überraschungen scheut, der sollte besser daheim bleiben. Oder gar nicht erst mit dem Schreiben anfangen. Denn in beiden Fällen – beim Reisen wie beim Schreiben – ist mit Abenteuern zu rechnen. Und mit Umwegen. Und mit unerwarteten Bekanntschaften. Und mit nervigen Figuren und und und. Und(t) erwegs eben. Da passieren so Sachen. Schreibweisen Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn mehr Menschen sinnlich schreiben würden – also wirklich mit allen Sinnen –, dann wäre die Welt ein friedlicherer Ort. Denn wer ...